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Moin Moin 2026


Das Tief, das gestern — also letztes Jahr – so richtig Anlauf nahm, fällt heute über uns her. Kalte Schauer wehen über die Überreste der Knallerei. Als Kinder sind wir bei so einem Wetter immer rausgelaufen, unsere Eltern lagen noch in Sauer, und haben ni

Das Tief, das gestern — also letztes Jahr – so richtig Anlauf nahm, fällt heute über uns her. Kalte Schauer wehen über die Überreste der Knallerei.

Als Kinder sind wir bei so einem Wetter immer rausgelaufen, unsere Eltern lagen noch in Sauer, und haben nicht detonierte Böller gesucht. Das rote Feuerzeug aus der Küchenschublade hatten wir dabei und schafften es tatsächlich, einige fast aufgeweichte zur Explosion zu bringen. (Ohne uns die Finger abzureißen). Hauptsache das Schwarzpulver in der Lunte war nicht nass geworden, dann gelang es.

Hast du auch das Gefühl, die Knallerei ist weniger gewesen gestern?, fragt mich B. als wir beim 1. Kaffe des Jahres sitzen.

Ja, antworte ich. Und später angefangen hat es auch. Und es war schneller vorbei.

Die Leute haben weniger Geld. Das merkt man. Nur die Nachbarn oben im Neubauloft (da, wo Klitschkos mal wohnten), die haben Munition bis der Arzt kommt. Der blonde mittelalte Hausherr praktiziert noch die alte Schule: Raketen werden aus der Batterie und aus der Hand gefahren. Stilecht aus einer Flasche Veuve Cliquot.

Diese Feuerkraft hätten die Klitschkos jetzt gerne, denke ich, als Reste der Explosionen mir auf die Mütze rieseln.

Wie ich so dem Sturm beim Vorbeiziehen zusehe, denke ich: soviel hat sich gar nicht geändert zu gestern. Nur der Tannenbaum, der wirkt seit heute morgen ein wenig unpassend, wie er durstig im Wohnzimmer steht.

Ich wünsche euch ein Frohes Neues Jahr, mögen all eure Wünsche in Erfüllung gehen. Nehmt euch nicht zuviel vor, dann geht auch nix daneben.

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